Alte Gebäude auf dem Gelände der Diakonie in Sorsum wurden am Samstag zum Schauplatz einer groß angelegten Zivilschutzübung. Mehrere Ortsverbände des Technischen Hilfswerks, die Feuerwehr Sorsum und beide Hildesheimer DRK-Kreisverbände trainierten dort die Suche, Rettung und Versorgung von Verletzten.
Die Diakonie plant, die alten Gebäude oberhalb der Kirche abzureißen und das Gelände anschließend als Wohnbauland zu verkaufen. Vor dem Abbruch boten die leer stehenden Häuser den Einsatzkräften die Gelegenheit, verschiedene Szenarien unter realistischen Bedingungen zu trainieren.
Gegen 9 Uhr rollten am Samstagmorgen die ersten blauen Einsatzfahrzeuge auf das weitläufige Gelände. An der Übung beteiligten sich die THW-Ortsverbände Helmstedt, Wolfenbüttel, Braunschweig, Schöningen, Wolfsburg, Gifhorn, Sarstedt und Elze.
THW-Einheiten erhalten unterschiedliche Einsatzaufträge
In und an den Abrissgebäuden warteten unterschiedliche Aufgaben auf die THW-Kräfte. Die beteiligten Fachgruppen erhielten jeweils eigene Einsatzaufträge. Die Helfer rissen unter anderem Wände ein, legten mit einem Bagger einen alten Hydranten frei und errichteten Gerüste.
Auch das Gelände der ehemaligen Wäscherei wurde in das Übungsgeschehen einbezogen. Dort mussten die Einsatzkräfte vier verschüttete Personen suchen. Drei Puppen und ein Verletztendarsteller stellten die Vermissten dar. Unter den Trümmern der Abgebrannten Wäscherei, die sich für diese Übung angeboten haben.
Mehrere Drohnen unterstützten die Suche aus der Luft. Mit ihnen wurden schwer einsehbare Bereiche des Geländes nach weiteren Verletzten abgesucht. Mit der Wärmebildkamera nach Wärmesignaturen er Vermissten gesucht.

Feuerwehr Sorsum übt Brandbekämpfung und Menschenrettung
Auch die Feuerwehr Sorsum wurde alarmiert und in die Übung eingebunden. Ihre Einsatzkräfte mussten einen simulierten Gebäudebrand bekämpfen. Eine von der Decke hängende Lampe stellte dabei den Ausgangspunkt eines Elektrobrandes dar.
Die Feuerwehrleute suchten das Gebäude nach Verletzten ab, retteten diese aus dem Gefahrenbereich und übergaben sie anschließend an die medizinischen Einsatzkräfte.
Mehrere Knalleffekte simulierten im Laufe der Übung Explosionen. Dadurch wurden die Helfer mit plötzlich eintretenden Ereignissen und wechselnden Einsatzlagen konfrontiert.
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Zehn Verletztendarsteller sorgen für realistische Szenarien
Die Notfalldarstellung des DRK Hildesheim-Marienburg unterstützte die Übung mit zehn Verletztendarstellerinnen und Verletztendarstellern, den sogenannten Mimen. Mehrere Übungsaufsichten begleiteten ihren Einsatz. Ein weiteres Team schminkte die vorbereiteten Verletzungsmuster.
Dargestellt wurden vor allem Brand- und Explosionsverletzungen nach einem angenommenen Explosionsereignis. Die Mimen wurden während des Tages mehrfach neu geschminkt und anschließend in weitere Szenarien eingebunden. So trafen die Einsatzkräfte immer wieder auf neue Verletzte und mussten deren Zustand beurteilen, sie retten und versorgen.
„Die Größe und Weitläufigkeit des Übungsgeländes stellten alle Beteiligten vor besondere Herausforderungen. Solche Bedingungen sind ein wichtiger Bestandteil praxisnaher Übungen“, sagte Vanessa Steinhoff, Leiterin der Notfalldarstellung beim DRK Hildesheim-Marienburg.
DRK Hildesheim betreibt Behandlungsplatz
An der Übung beteiligte sich auch der DRK-Kreisverband Hildesheim. Seine Einsatzkräfte betrieben einen Behandlungsplatz 10, an dem die geretteten Verletzten aufgenommen und medizinisch versorgt wurden. Geleitet wurde der Behandlungsplatz von Heiko Stillahn, Kreisbereitschaftsleiter beim DRK Hildesheim.
Stillahn begrüßte die Gelegenheit, gemeinsam mit dem THW in diesem Umfang zu üben: „Wir konnten unseren Behandlungsplatz so aufbauen, wie wir es geübt hatten. Auch die Schnittstelle mit den anderen Hilfsorganisationen hat funktioniert.“
Gegen 15 Uhr endete die Zivilschutzübung auf dem Gelände der Diakonie in Sorsum.

