Bernd Lynack hat die Stichwahl um das Landratsamt im Landkreis Hildesheim gewonnen. Nach Auszählung aller 426 Wahlbezirke entfallen 65,2 Prozent der Stimmen auf den SPD-Amtsinhaber. Sein Herausforderer Christopher Gedeon von der CDU erreicht 34,8 Prozent. Die Wahlbeteiligung liegt bei 41,7 Prozent. Die Ergebnisübersicht bezeichnet die Zahlen weiterhin als Zwischenergebnis.
Deutlicher Vorsprung nach Auszählung aller Wahlbezirke
Bereits während der Auszählung zeichnete sich Lynacks Sieg ab. Am Ende lag er 30,4 Prozentpunkte vor Gedeon. Für den CDU-Kandidaten endet damit der Versuch, den Amtsinhaber an der Spitze der Kreisverwaltung abzulösen. Absolute Stimmenzahlen für die Stichwahl waren in der zuletzt geprüften Ergebnisübersicht noch nicht veröffentlicht.
Lynack hatte die absolute Mehrheit zunächst verpasst
Im ersten Wahlgang war Lynack mit 46,2 Prozent vorn gelandet, hatte die absolute Mehrheit aber verfehlt. Gedeon erreichte 34,7 Prozent und zog als Zweitplatzierter in die Stichwahl ein. Matthias Brinkmann von den Grünen kam auf 19,1 Prozent und schied aus.
Lynack steht seit 2021 an der Spitze des Landkreises. Als Landrat leitet er die Kreisverwaltung und vertritt den Landkreis nach außen. Mit der Wiederwahl erhält er eine weitere Amtszeit von acht Jahren
Deutlich weniger Menschen gingen zur Wahl
Während im ersten Wahlgang am 13. September noch 66,2 Prozent der Wahlberechtigten abstimmten, waren es bei der Stichwahl 41,7 Prozent. Die Beteiligung sank damit um 24,5 Prozentpunkte. Lynacks Mehrheit unter den abgegebenen Stimmen ist klar. Zugleich hat weniger als die Hälfte der Wahlberechtigten an der Stichwahl teilgenommen.
Ist das ein Zeichen von Misstrauen gegenüber dem Landrat? Aus der Wahlbeteiligung allein lässt sich das nicht ablesen. Wer nicht gewählt hat, kann mit Lynacks Arbeit unzufrieden sein, den Ausgang für entschieden gehalten haben oder aus anderen Gründen ferngeblieben sein. Ob sich in einzelnen Regionen politische Unzufriedenheit zeigt, muss anhand der örtlichen Ergebnisse und durch Gespräche vor Ort geprüft werden. Die geringe Beteiligung als eindeutiges Urteil über Lynack darzustellen, würde über die vorliegenden Zahlen hinausgehen.
Der Wahlsieg ist ein Auftrag
Ob Lynack das Vertrauen seiner Wählerinnen und Wähler auf Dauer rechtfertigt, wird sich an seiner Arbeit zeigen. Beim Rettungsdienst, beim Kreishaushalt und bei der Mobilität stehen Entscheidungen an, deren Folgen die Menschen im Landkreis unmittelbar betreffen. Der deutliche Wahlsieg gibt ihm dafür ein Mandat. Einen Freibrief für die kommenden acht Jahre stellt er nicht aus.

