In der Hildesheimer Justus-Jonas-Straße werden am Mittwoch und Donnerstag, 21. und 22. Oktober, neun Ahornbäume gefällt. Nach Angaben der Stadt sind sie wegen erheblicher Schäden nicht mehr verkehrssicher. Für die Arbeiten wird die Straße vollständig gesperrt. Ersatzpflanzungen sind im Zuge des geplanten Straßenneubaus vorgesehen.

Stammfäule, Risse und absterbende Bereiche in den Baumkronen: Die Stadt Hildesheim nennt mehrere Schadensbilder, die an den betroffenen Ahornbäumen festgestellt wurden. Sie stellen nach Einschätzung der Verwaltung eine Bruchgefahr dar. Deshalb sollen die neun Bäume nun entfernt werden. Sie sind in der Fällliste aufgeführt, die derzeit noch erstellt wird.

Für Anwohner und Verkehrsteilnehmer bedeutet der Einsatz an beiden Tagen Einschränkungen. Während der Fällarbeiten gilt eine Vollsperrung. Genaue Uhrzeiten, Einzelheiten zur Erreichbarkeit der Grundstücke oder eine Umleitung nennt die vorliegende Mitteilung nicht.

Wenn geschädigtes Holz zur Gefahr wird

Ein Straßenbaum muss sein eigenes Gewicht tragen und den Belastungen durch Wind standhalten. Schäden am Stamm und an tragenden Ästen können diese Belastbarkeit beeinträchtigen. Bei Stammfäule wird Holz zersetzt; je nach Lage und Ausmaß kann dadurch die Bruchsicherheit sinken. Risse können ebenfalls auf geschwächte Bereiche hinweisen. Abgestorbene Äste in der Krone können abbrechen und herabfallen.

Wie gefährlich ein Schaden tatsächlich ist, lässt sich allerdings nicht allein daran erkennen, ob ein Baum noch Blätter trägt oder einzelne Äste abgestorben sind. Die Deutsche Gartenamtsleiterkonferenz weist darauf hin, dass der Gesundheitszustand eines Baumes und seine Bruchsicherheit getrennt beurteilt werden müssen. Bestehen Hinweise auf eine beeinträchtigte Sicherheit, sind gegebenenfalls weitergehende Untersuchungen erforderlich.

Für die neun Ahornbäume in der Justus-Jonas-Straße hat die Stadt ihre Bewertung bereits mitgeteilt: Sie gelten als nicht mehr verkehrssicher. Wie sich die einzelnen Schäden auf die jeweiligen Bäume verteilen und welche Untersuchungen vorgenommen wurden, geht aus der Ankündigung nicht hervor.

Herabfallende Äste können Menschen schwer verletzen

Entlang einer Straße betrifft eine solche Bruchgefahr unmittelbar die Menschen, die sich unter oder neben den Bäumen aufhalten. Bricht ein schwerer Ast ab, können Fußgänger oder Radfahrer getroffen werden. Auch Menschen, die gerade in ein Auto einsteigen oder es verlassen, können gefährdet sein. Je nach Größe des herabfallenden Holzes und der Wucht des Aufpralls sind schwere bis tödliche Verletzungen möglich.

Auch für den Straßenverkehr entstehen Risiken. Ein abbrechender Ast kann ein fahrendes Fahrzeug treffen oder plötzlich auf der Fahrbahn liegen. Daraus können zusätzliche Unfallgefahren entstehen, etwa durch abruptes Bremsen oder Ausweichen. Das sind mögliche Folgen eines Baumbruchs; einen solchen Vorfall meldet die Stadt für die betroffenen Ahornbäume nicht.

An geparkten Autos können herabfallende Äste Scheiben, Dächer und Karosserieteile beschädigen. Größere Stamm- oder Kronenteile können Fahrzeuge erheblich zerstören. Je nach Standort und Fallrichtung sind außerdem Schäden an Zäunen, Gebäuden oder anderen Einrichtungen möglich. Welche Gegenstände sich im unmittelbaren Gefahrenbereich der neun Bäume befinden, lässt sich der Mitteilung nicht entnehmen.

Warum eine Fällung notwendig werden kann

Ob ein geschädigter Baum erhalten werden kann, hängt vom konkreten Befund ab. Krankheit oder Totholz allein bedeuten deshalb nicht automatisch, dass er gefällt werden muss. Die Deutsche Gartenamtsleiterkonferenz empfiehlt, tote Bäume und abgestorbene Äste dort möglichst lange zu erhalten, wo die Verkehrssicherheit dies zulässt.

Bei den angekündigten Fällungen begründet die Stadt den Eingriff ausdrücklich mit den ausgeprägten Schäden und der daraus entstehenden Bruchgefahr. Die Arbeiten sollen verhindern, dass sich geschädigte Baumteile unkontrolliert lösen und Menschen oder Sachen treffen. Ob zuvor Maßnahmen wie ein Rückschnitt als Alternative geprüft wurden, wird in der Mitteilung nicht erläutert.

Die Vollsperrung hält den Verkehr während der Arbeiten aus dem Arbeitsbereich fern. Verkehrsteilnehmer sollten die Absperrungen beachten und die Justus-Jonas-Straße an den beiden angekündigten Tagen bei ihrer Wegeplanung berücksichtigen.

Neue Bäume beim geplanten Straßenneubau

Die Stadt kündigt an, die gefällten Ahornbäume im Rahmen des geplanten Neubaus der Justus-Jonas-Straße durch Neupflanzungen zu ersetzen. Wann diese erfolgen, welche Baumarten vorgesehen sind und wie viele neue Bäume gepflanzt werden, steht in der vorliegenden Mitteilung noch nicht.