Mit 97 Jahren auf dem Buckel war er das älteste Fahrzeug im Teilnehmerfeld – und zugleich ein Sieger: Werner Klaas, 89 Jahre alt, und seine 49-jährige Tochter Monika aus Lemgo belegten bei der ADAC Niedersachsen Classic mit ihrem Ford A aus dem Baujahr 1929 den ersten Platz in der Kategorie Oldtimer.

Drei Jahre Arbeit für den Ford A

Klaas kaufte den Wagen bereits in den 1970er-Jahren. Nach seinen Angaben bezahlte er damals umgerechnet rund 30.000 Euro. Bis der Ford A wieder vollständig aufbereitet war, vergingen drei Jahre.

Günstig sei ein solches Fahrzeug nicht, erklärte der 89-Jährige. „Da steckt man mindestens das Gleiche rein, wenn nicht noch mehr. Es ist halt ein Hobby, da schaut man nicht aufs Geld.“

Probleme bei der Beschaffung von Ersatzteilen gebe es dagegen kaum. Der Ford A wurde nach Angaben von Klaas rund 1,7 Millionen Mal produziert. Entsprechend seien viele benötigte Teile bis heute vergleichsweise leicht erhältlich.

96 Teilnehmer starten zur Ausfahrt

Insgesamt nahmen 96 Teams an der ADAC Niedersachsen Classic teil. Am Samstag führte eine rund 185 Kilometer lange Ausfahrt durch das südliche Niedersachsen. Die Strecke verlief durch die Landschaft rund um Leine, Lamme und Innerste. Unterwegs mussten die Teilnehmer verschiedene Gleichmäßigkeits- und Sonderprüfungen absolvieren.

Am Sonntag wurden die historischen Fahrzeuge noch einmal vor dem Novotel Hildesheim präsentiert. Dort fand auch die abschließende Siegerehrung statt.

Spritverbrauch spielt für Teilnehmer kaum eine Rolle

Neben der Begeisterung für historische Fahrzeuge steht die Oldtimerszene immer wieder vor Fragen zu hohen Kosten, Kraftstoffverbrauch und möglichen Umweltauflagen. Klaas betrachtet mögliche Einschränkungen gelassen. Sollte eine Stadt eine Umweltzone einrichten, in der er mit seinem Ford nicht fahren dürfe, müsse er diesen Bereich eben meiden.

Auch die Kraftstoffkosten spielen für manche Teilnehmer nur eine untergeordnete Rolle. „Der Wagen verbraucht 20 Liter auf 100 Kilometer, aber das spielt hier keine Rolle. Bei diesem Hobby ist das Geld egal“, sagte ein weiterer Teilnehmer.

Die Aussagen zeigen: Wer einen historischen Wagen erhalten und bewegen möchte, braucht nicht nur Leidenschaft, sondern auch die Bereitschaft, beträchtliche Summen in Anschaffung, Restaurierung, Wartung und Kraftstoff zu investieren.

Automobilgeschichte vor dem Novotel

Für Besucher bot die Ausstellung die Gelegenheit, Fahrzeuge aus mehreren Jahrzehnten aus nächster Nähe zu betrachten und mit ihren Besitzern ins Gespräch zu kommen. Nach 2021 war Hildesheim zum zweiten Mal Start- und Zielort der ADAC Niedersachsen Classic.

Für Werner und Monika Klaas endete das Oldtimerwochenende besonders erfolgreich: Ihr fast 100 Jahre alter Ford A brachte Vater und Tochter den Klassensieg.