Nach mehreren Betrugstaten zum Nachteil älterer Frauen haben Polizeibeamte in Alfeld zwei Tatverdächtige festgenommen. Ein 22 Jahre alter Mann befindet sich mittlerweile in Untersuchungshaft. Gegen einen 24-Jährigen wird ebenfalls ermittelt.
Nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft erhielten drei Frauen im Alter von 80, 89 und 92 Jahren am Donnerstagnachmittag, 27. August, Anrufe eines angeblichen Bankmitarbeiters. Der Unbekannte behauptete, auf ihren Konten seien unberechtigte Abbuchungen festgestellt worden.
Im Laufe der Gespräche brachte der Anrufer die Seniorinnen den Ermittlungen zufolge dazu, ihre EC-Karten einschließlich der zugehörigen PIN an einen angekündigten Abholer auszuhändigen. In zwei Fällen wurde anschließend Bargeld von den Konten abgehoben.
Zeuge meldet verdächtiges Fahrzeug
Im Zuge der Ermittlungen erhielt die Alfelder Polizei einen konkreten Hinweis auf ein möglicherweise beteiligtes Auto. Einer Streifenbesatzung kam das Fahrzeug kurze Zeit später im Alfelder Stadtgebiet entgegen. Die Beamten kontrollierten den Wagen und dessen 22 und 24 Jahre alte Insassen auf einem Supermarktparkplatz an der Bahnhofstraße.
Dabei flüchtete der 22-Jährige zu Fuß. Im Bereich der Leine-Brücke sprang er über eine Mauer und lief zunächst an der Leine entlang. Anschließend setzte er seine Flucht durch einen kniehohen Nebenarm des Flusses fort. Ein Polizeibeamter holte ihn dort ein und nahm ihn fest.
Kurz zuvor soll der Mann Beweismittel weggeworfen haben. Diese konnten nach Angaben der Ermittler den Betrugstaten zugeordnet werden.
22-Jähriger sitzt in Untersuchungshaft
Die beiden Männer aus Berlin wurden nach Hildesheim gebracht und verbrachten die Nacht im Polizeigewahrsam. Der 22-Jährige steht im dringenden Verdacht, die Karten bei den Seniorinnen abgeholt zu haben. Der 24-Jährige soll als Fahrer eingesetzt worden sein.
Auf Antrag der Staatsanwaltschaft ordnete das Amtsgericht Alfeld gegen den 22-Jährigen Untersuchungshaft wegen Fluchtgefahr an. Der 24-Jährige wurde nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen entlassen.
Die Ermittlungen gegen beide Männer dauern an. Dabei wird auch geprüft, ob sie mit weiteren gleichartigen Fällen in Verbindung stehen. Dazu zählt ein Betrug vom 24. August zum Nachteil eines Rentners aus dem Landkreis Hildesheim.
Polizei warnt vor Herausgabe von Karte und PIN
Bankmitarbeiter holen weder Bankkarten noch Bargeld oder Wertsachen an der Haustür ab. Auch die PIN darf niemals telefonisch oder persönlich weitergegeben werden. Wer einen verdächtigen Anruf erhält, sollte das Gespräch beenden und seine Bank ausschließlich über eine selbst herausgesuchte Telefonnummer kontaktieren. Im akuten Fall sollte die Polizei über den Notruf 110 verständigt werden.
