Eine eingeschlagene Scheibe, durchsuchte Räume, verschwundenes Bargeld: Wieder meldet die Polizei einen Einbruch. Mal trifft es ein Geschäft in Hildesheim, dann ein Wohnhaus im Landkreis oder das Gerätehaus einer Feuerwehr. Wer die Meldungen der vergangenen Wochen verfolgt, kann sich fragen: Wird hier inzwischen ständig eingebrochen? Und wie lässt sich das eigene Zuhause schützen?
Die jüngsten Fälle zeigen, wie unterschiedlich die Tatorte sind. In Diekholzen wurden Medikamente aus einer Apotheke gestohlen, in Nette verschwanden Bargeld und Werkzeug aus dem Feuerwehrhaus. In der Hildesheimer Innenstadt versuchten Unbekannte, die Scheibe eines Juweliergeschäfts einzuschlagen. Auch private Wohnhäuser waren betroffen.
Apotheke und Feuerwehrhaus aufgebrochen
In Diekholzen schlug mindestens ein Täter zwischen dem 20. Oktober, 18 Uhr, und dem 21. Oktober, 7.50 Uhr, eine Schaufensterscheibe einer Apotheke an der Alfelder Straße ein. Durch die beschädigte Scheibe gelangte er in den Verkaufsraum. Zur Beute gehörten nach Polizeiangaben Medikamente. Die genaue Schadenshöhe stand bei Veröffentlichung der Meldung noch nicht fest.
Nur wenig später wurde ein Einbruch bei der Freiwilligen Feuerwehr Nette bekannt. Zwischen dem 21. Oktober, 13 Uhr, und dem 22. Oktober, 16.30 Uhr, drangen Unbekannte gewaltsam in das Gerätehaus an der Hildesheimer Straße ein. Sie entwendeten Werkzeug und Bargeld. Den hinterlassenen Sachschaden schätzt die Polizei auf einen niedrigen vierstelligen Betrag.
Weitere Meldungen kamen aus Hoheneggelsen und Bockenem. Auf einer Baustelle am Bahnhof Hoheneggelsen wurden zwischen dem 18. und 19. Oktober mehrere Baucontainer aufgebrochen. An einem Metallverarbeitungsbetrieb in der Oppelner Straße in Bockenem scheiterte ein Täter am 16. Oktober dagegen an einem Rolltor.
Auch am helllichten Tag wird eingebrochen
Die Vorstellung, Einbrecher kämen ausschließlich nachts, passt nicht zu allen aktuellen Fällen. In Ochtersum nutzte mindestens ein Unbekannter am 8. Oktober zwischen 8.45 Uhr und 14 Uhr die Abwesenheit der Bewohner eines Hauses am Osterbrink. Er drang gewaltsam ein, durchsuchte das Gebäude und entwendete nach bisherigen Erkenntnissen Schmuck.
In Alfeld wurde am 13. Oktober gegen 13.50 Uhr ein laufender Einbruch in ein Einfamilienhaus gemeldet. Ein Verantwortlicher hatte die Tat bemerkt und die Polizei verständigt. Mehrere Streifenwagen und ein Hubschrauber kamen zum Einsatz. Bei der Durchsuchung des Hauses nahmen Beamte einen 44-jährigen Tatverdächtigen widerstandslos fest. Er wurde nach Abschluss der Maßnahmen mangels Haftgründen wieder entlassen. Gegen ihn wird wegen des Verdachts des Wohnungseinbruchsdiebstahls ermittelt.
In der Hildesheimer Schuhstraße blieb es am 14. Oktober bei einem Einbruchsversuch. Gegen 3 Uhr wurde versucht, die Schaufensterscheibe eines Juweliers einzuschlagen. Sie hielt stand, wurde allerdings erheblich beschädigt. Der geschätzte Schaden liegt im höheren vierstelligen Bereich.
Wenn die Sorge den Alltag verändert
Zur Sorge um die eigene Wohnung kommt bei manchen Menschen ein allgemeines Unsicherheitsgefühl. Nach den für diesen Bericht vorliegenden Angaben trauen sich einzelne Hildesheimer abends kaum noch hinaus. Besonders den Bereich rund um den Hauptbahnhof meiden manche nach Einbruch der Dunkelheit.
Diese Wahrnehmung beschreibt die Sorge einzelner Bewohner. Wie viele Menschen ähnlich empfinden, ist damit ebenso wenig geklärt wie die Frage, ob am Bahnhof tatsächlich ein höheres Risiko besteht. Die hier aufgeführten Einbrüche liefern dafür keinen Beleg.
Trotzdem steht hinter der Frage „Bin ich hier noch sicher?“ ein konkretes Bedürfnis: das eigene Geschäft morgens unbeschädigt vorzufinden und nach Hause zu kommen, ohne aufgebrochene Fenster oder durchsuchte Schränke entdecken zu müssen.
Ob in Stadt und Landkreis inzwischen häufiger eingebrochen wird als zuvor, lässt sich aus der Abfolge von Pressemitteilungen allein nicht beantworten. Dafür braucht es vergleichbare Fallzahlen. Auch eine gemeinsame Täterschaft ist für die hier genannten Fälle durch die vorliegenden Meldungen nicht belegt.
Wie kann ich mein Zuhause schützen?
Einbruchschutz beginnt mit Handgriffen, die auch bei einem kurzen Einkauf oder einem Spaziergang zählen: Die Haus- oder Wohnungstür abschließen und Fenster sowie Balkon- und Terrassentüren vollständig schließen. Ein gekipptes Fenster lässt sich von Einbrechern leicht überwinden. Einen Ersatzschlüssel unter dem Blumentopf oder der Fußmatte zu verstecken, ist ebenfalls keine sichere Lösung. Darauf weist die Polizeiinspektion Hildesheim in ihren Präventionstipps hin.
Wer länger unterwegs ist, sollte die Abwesenheit möglichst nicht erkennbar machen. Ein überquellender Briefkasten kann verraten, dass seit Tagen niemand zu Hause war. Nachbarn oder vertraute Personen können ihn leeren und nach dem Haus sehen. Aktuelle Urlaubsbilder in öffentlich zugänglichen sozialen Netzwerken geben ebenfalls Hinweise auf eine leere Wohnung. Bewegungsmelder können zusätzlich dazu beitragen, eine unbemerkte Annäherung zu erschweren.
Für den technischen Schutz empfiehlt die polizeiliche Kriminalprävention vor allem mechanische Sicherungen an Fenstern und Türen. Geprüfte einbruchhemmende Bauteile und fachgerecht eingebaute Nachrüstungen können das Eindringen erschweren. Welche Maßnahmen am eigenen Haus oder in der Wohnung sinnvoll sind, lässt sich bei einer kriminalpolizeilichen Beratungsstelle klären. Die Beratung ist kostenlos.
Was tun, wenn gerade eingebrochen wird?
Wer einen Einbruch beobachtet oder einen Täter im Haus überrascht, sollte Abstand halten, keine Konfrontation suchen und den Fluchtweg nicht versperren. Sobald es gefahrlos möglich ist, gilt: die Polizei über 110 verständigen. Angaben zum Aussehen, zur Kleidung, zu einem Fahrzeug oder zur Fluchtrichtung können den Einsatzkräften helfen. Der Schutz der Menschen hat Vorrang vor dem Festhalten eines Täters.

