Verkehrsunfälle, vollgelaufene Keller und vermisste Personen: Rund 120 Einsatzkräfte haben am Samstag, 17. Oktober, in Sarstedt eine sogenannte Sonderlage geübt. Sechs Stunden lang mussten Feuerwehr, THW, DLRG und Rettungsdienst Aufgaben im gesamten Stadtgebiet bewältigen. Im Mittelpunkt stand die Zusammenarbeit mit der örtlichen Einsatzleitung.
Wenn nach einem schweren Unwetter zahlreiche Keller unter Wasser stehen, Bäume umzustürzen drohen und gleichzeitig Menschen Hilfe brauchen, müssen Einsatzkräfte und Material auf viele Orte verteilt werden. Welche Einheit übernimmt welchen Auftrag? Wo wird zusätzliches Gerät gebraucht? Und welche Einsatzstelle hat Vorrang? Solche Abläufe standen bei der gemeinsamen Übung der Stadtfeuerwehr Sarstedt und ihrer Partner im Mittelpunkt.
Nach der Begrüßung durch Bürgermeisterin Heike Brennecke begann die Übung um 9 Uhr unter der Leitung von Jens Klug und Lars Brinkmann. Anschließend schickte die örtliche Einsatzleitung die Fahrzeuge zu den vorbereiteten Einsatzstellen in der Stadt und den Ortsteilen.
Menschenrettung in der Garage und aus einem Schacht
Am Kipphut übten Feuerwehr und Rettungsdienst gemeinsam eine Reanimation in einer Garage. An der Glückaufstraße hatte das THW mehrere Aufgaben vorbereitet. Dort mussten die Einsatzkräfte unter anderem Menschen aus einem Schacht retten.
Auch auf und am Wasser waren die Helfer gefordert. Auf dem Bruchgraben suchten sie gemeinsam mit der DLRG nach einer vermissten Person. Auf dem Giftener See galt es, von einem Boot aus eine Wasserversorgung für die Brandbekämpfung aufzubauen.
In Hotteln und Heisede standen Verkehrsunfälle auf dem Übungsplan. Dabei kam unter anderem schweres Gerät für die technische Hilfeleistung zum Einsatz.
Unwetterschäden an mehreren Orten gleichzeitig
Andere Szenarien bildeten typische Folgen eines Unwetters ab. Im Sonnenkamp und im Gewerbegebiet Kirchenfelde mussten die Kräfte umsturzgefährdete Bäume beseitigen und Wasser aus Kellern pumpen.
In Gödringen warteten gleich mehrere Aufgaben: ein vollgelaufener Keller, drohende herabfallende Dachziegel an einem Haus an der L410 und ein großer, absturzgefährdeter Ast am Kindergarten. In Schliekum war ebenfalls ein Wasserschaden zu bewältigen. In Ruthe führten die Einsatzkräfte im Rahmen einer Rallye Erkundungen durch.
Während die Einheiten vor Ort arbeiteten, musste die örtliche Einsatzleitung den Überblick behalten. Innerhalb der sechs Stunden koordinierte sie nach Angaben der Übungsleitung mehr als 40 Einsatzstellen.
Planer ziehen eine positive Bilanz
An der Übung beteiligten sich sämtliche Ortsfeuerwehren der Stadtfeuerwehr Sarstedt, das THW Sarstedt, die DLRG Sarstedt und die Rettungswache Sarstedt. Nach der Bilanz der Verantwortlichen wurden im Verlauf der verschiedenen Szenarien insgesamt 14 Menschen im Rahmen der Übung gerettet.
Die Planer Alexander Wedekind und Pascal Schulz zeigten sich mit dem Verlauf zufrieden. „Alles lief so, wie wir uns das vorgestellt haben“, sagte Schulz.

