Erste Schäden sind repariert, doch für die Rückkehr ins Wasser gibt es noch keinen Termin: Nach der Havarie in der Schwimmhalle Sibbesse laufen die weiteren Prüfungen. Wie hoch der Schaden insgesamt ist und wann das Bad wieder öffnen kann, bleibt offen. Die Folgen spüren neben Vereinen und Kursteilnehmern auch fünf Grundschulen. Ausweichmöglichkeiten sind zumindest für die Grundschule Söhre rar.

Wie berichtet, ist die Schwimmhalle nach der Havarie derzeit geschlossen. Am Freitag haben sich ein Sachverständiger und die Versicherung vor Ort ein Bild von den Schäden gemacht. Das erklärt Stefan Kentzler, Leiter des Bauamtes der Gemeinde Sibbesse, im Gespräch mit Hilde-News. Erste Schäden seien bereits begutachtet und repariert worden. Bis der Schwimmbetrieb wieder beginnen kann, sind jedoch noch mehrere Schritte nötig.

Erst die Bestandsaufnahme, dann der Zeitplan

Die Besichtigung durch den Sachverständigen ersetzt die Prüfungen der einzelnen Fachfirmen nicht. Elektriker und Sanitärfirmen müssen bei eigenen Terminen untersuchen, was in ihrem jeweiligen Bereich beschädigt ist und welche Reparaturen erforderlich sind.

Aus diesen Bestandsaufnahmen entstehen die Angebote. Erst wenn sie vollständig vorliegen, lässt sich nach Angaben Kentzlers die gesamte Schadenshöhe beziffern. Ebenso hängt die Dauer der Schließung davon ab, wann die beteiligten Firmen ihre Arbeiten ausführen können und wie sich die einzelnen Gewerke aufeinander abstimmen lassen.

Dass erste Reparaturen bereits erledigt sind, bedeutet deshalb noch keine unmittelbar bevorstehende Wiederöffnung. Für eine verlässliche Aussage fehlt bislang der vollständige Überblick über die ausstehenden Arbeiten und deren zeitlichen Ablauf.

Kentzler bezeichnet die Situation als ärgerlich. Die Halle sei sehr gut ausgebucht, entsprechend viele Nutzer seien von der Schließung betroffen. „Wir haben selbst ein Interesse daran, dass der Schwimmbetrieb schnell wieder aufgenommen wird“, 
betont er.

Der Ausfall reicht weit über Sibbesse hinaus

Wie viele Menschen auf das Bad angewiesen sind, zeigt der Blick auf die regelmäßigen Nutzer: Neben der Grundschule Sibbesse kommen auch die Grundschulen aus Bodenburg, Diekholzen, Barienrode und Söhre zum Schwimmen in die Halle. Dazu nutzen die DLRG Alfeld und der TSV Sibbesse das Bad. Die Gemeinde bietet dort außerdem eigene Schwimmkurse und Aquafitness an.

Mit der Schließung fehlt damit ein Ort für Schulunterricht, Vereinssport und die Kurse der Gemeinde. Solange kein Termin zur Wiederöffnung feststeht, bleibt für die Nutzer auch die Frage offen, ab wann sie wieder mit ihren gewohnten Schwimmzeiten planen können.

In Söhre muss der Stundenplan ohne Schwimmbad auskommen

An der Grundschule Söhre steht nun zunächst die Beratung im Kollegium an. Schulleiterin Corina Cappelmann hat nach eigenen Angaben über den Schulträger, die Gemeinde Diekholzen, und aus der Zeitung erfahren, dass die Schwimmhalle nicht mehr nutzbar ist. Gemeinsam werde man besprechen, wie es während der Schließung weitergeht.

Für Cappelmann haben Schwimmen und Fahrraderziehung einen hohen Stellenwert im Schulalltag. Beim Schwimmen lässt sich ein ausgefallener Unterrichtsort allerdings nur schwer ersetzen. Ein anderes Bad müsste zu den passenden Zeiten Platz für die Schulklassen haben. Genau daran mangelt es nach Einschätzung der Schulleiterin: Die Schwimmhallen in Hildesheim seien ebenfalls belegt.

Für sportliche Angebote bleiben der Schule die Sporthalle in Söhre und die Steinberghalle in Diekholzen. Dort lässt sich der Unterricht fortsetzen, das Schwimmenlernen muss jedoch warten.

Cappelmann hofft deshalb auf eine baldige Wiederöffnung in Sibbesse. Wann die Kinder ihre Sporttaschen wieder für den Schwimmunterricht packen können, hängt nun von den noch ausstehenden Prüfungen und dem Reparaturplan ab.