Die CDU-Kreistagsfraktion im Landkreis Hildesheim kritisiert einen deutlichen Rückgang der Rettungswageneinsätze seit Juli 2026. Nach Angaben der Fraktion wurden im Juli dieses Jahres 1.554 Einsätze registriert. Im Vorjahresmonat waren es noch 2.756. Das entspricht einem Rückgang von rund 44 Prozent. In Eime sei die Zahl sogar um knapp 58 Prozent gesunken.
Die CDU sieht einen Zusammenhang mit dem zum 1. Juli 2026 geltenden Rettungsdienstbedarfsplan, der von SPD und Grünen beschlossen worden sei. Warum Rettungswagen deutlich seltener eingesetzt würden, sei aus Sicht der Fraktion nicht nachvollziehbar. Zugleich bemängelt sie, dass die vorgeschriebene Hilfsfrist von 15 Minuten in weiten Teilen des Landkreises weiterhin nicht eingehalten werde.
CDU fordert mehr Rettungswagen und kürzere Reaktionszeiten
Mit Blick auf die Kreistagssitzung am 29. Oktober hat die CDU-Fraktion einen Antrag zur Verbesserung der rettungsdienstlichen Versorgung eingebracht. Darin fordert sie den Landrat auf, unverzüglich Maßnahmen zu ergreifen, um die Erreichbarkeit aller Orte im Landkreis zu verbessern. Dazu sollen nach Vorstellung der CDU zusätzliche oder zeitweise eingerichtete Rettungswachen sowie mehr Rettungswagen beitragen.
Darüber hinaus verlangt die Fraktion, die Dispositionszeit – also die Zeit zwischen dem Eingang eines Notrufs und der Entscheidung über den Einsatz – grundsätzlich auf höchstens eine Minute zu begrenzen. Auch die Zahl der Rettungswagen soll wieder auf den Stand vor dem 1. Juli 2026 angehoben werden.
Ein weiterer Punkt betrifft die Zusammenarbeit zwischen Rettungsleitstelle und Landkreis. Anweisungen an das Personal der Leitstelle, die sich auf die Leistungen des Rettungsdienstes auswirken, sollen nach dem Willen der CDU nur im Einvernehmen mit dem Landkreis erfolgen. Das betrifft insbesondere die strukturierten Notrufabfragen, anhand derer die benötigten Rettungsmittel ermittelt werden.
Zudem fordert die Fraktion, dass die Stadt Hildesheim dem Landkreis die tatsächlichen Hilfsfristen im Stadtgebiet seit dem 1. Januar 2026 unverzüglich mitteilt.
Geänderter Bedarfsplan gefordert
Neben kurzfristigen Maßnahmen verlangt die CDU eine Überarbeitung des Rettungsdienstbedarfsplans. Der Landrat soll dem Kreistag spätestens in einer der übernächsten Sitzungen einen entsprechend geänderten Plan vorlegen, der die geforderten Verbesserungen berücksichtigt.
Ob und in welcher Form der Kreistag den Forderungen folgt, soll sich im weiteren politischen Verfahren entscheiden.

