Bei Wartungsarbeiten in der Sibbesser Schwimmhalle ist am Montagmorgen gegen 9 Uhr ein Rohr gerissen. Rund 350 Kubikmeter Wasser liefen daraufhin in den Keller. Dort standen Schaltschränke mit Sicherungen, Technikschränke und Pumpen unter Wasser. Der Badebetrieb ist vorerst nicht möglich.
Nach ersten Angaben sollte das etwa 20 Zentimeter starke Rohr für Wartungsarbeiten abgesperrt werden. Dabei entstand offenbar eine Druckwelle, durch die das Rohr riss. Als Ursache wird nach derzeitigem Stand technisches Versagen angenommen. Der genaue Ablauf muss noch geklärt werden.
Das Schwimmbecken fasst etwa 450 Kubikmeter Wasser. Davon gelangten rund 350 Kubikmeter – also 350.000 Liter – in den Keller. Die übrigen etwa 100 Kubikmeter pumpte die Feuerwehr aus dem Becken. Beim Eintreffen der Einsatzkräfte stand das Wasser im Keller bereits etwa einen halben Meter hoch.
Feuerwehr setzt mehrere Pumpen ein
Unter der Leitung von René Güldenpfennig waren rund 40 Einsatzkräfte vor Ort. Beteiligt waren mehrere Ortsfeuerwehren, die Feuerwehrtechnische Zentrale und der Rettungsdienst. Zum Abpumpen setzte die Feuerwehr unter anderem eine Chiemsee-Pumpe, eine Turbinentauchpumpe und weitere Tauchpumpen ein.
Das Wasser wurde an zwei Stellen in die Kanalisation eingeleitet, eine davon befand sich in der Kirchstraße. Durch die Verteilung sollte verhindert werden, dass die Kanalisation an einer Stelle überlastet wird. Der Bauhof der Gemeinde Sibbesse überwachte das Kanalnetz, damit sich das abgepumpte Wasser nicht zurückstaut und in umliegende Häuser drückt.
Wegen des chlorhaltigen Beckenwassers wurde die Untere Wasserbehörde eingeschaltet. Nach den Angaben zum Einsatz stellte sie keine größeren Bedenken gegen die Einleitung fest. Auch die zuständigen Klärwerke wurden darüber informiert, dass größere Mengen Chlorwasser in die Kanalisation gelangen.
Technische Anlagen unter Wasser
Wie stark die überfluteten Schaltschränke, Technikschränke und Pumpen beschädigt wurden, muss noch untersucht werden. Welche Anlagen repariert oder ersetzt werden müssen, lässt sich derzeit ebenso wenig beziffern wie die Höhe des Schadens. „Zu diesem Zeitpunkt können wir noch nicht sagen, wann der Betrieb weitergeht. Wir müssen erst den entstandenen Schaden begutachten wenn die Feuerwehr ihren Einsatz beendet hat“, sagte Renate Windrich von der Gemeinde Sibbesse.
Die Schwimmhalle war nach einer Sanierung erst gegen Ende der Coronakrise wieder eröffnet worden. Nun bleibt sie wegen des Wasserschadens vorerst geschlossen.
