Die Flutmuldenbrücke an der „Scharfen Ecke“ ist nur noch eingeschränkt belastbar. Wegen Schäden an dem Bauwerk begrenzt die Stadt Hildesheim das zulässige Fahrzeuggewicht auf zwölf Tonnen. Die Beschilderung soll in den kommenden Wochen aufgestellt werden. Langfristig reicht diese Maßnahme jedoch nicht aus: Für 2031 ist ein Ersatzneubau vorgesehen.
Betroffen ist die Brücke im Zuge der Beusterstraße. Sie liegt im Kreuzungsbereich „Scharfe Ecke“ und überspannt einen neben der Innerste verlaufenden Graben sowie angrenzende Flächen. Nach Angaben der Stadt beeinträchtigen die festgestellten Schäden die Tragfähigkeit. Hinzu kommen grundsätzliche statische Probleme.
Was sich für Autofahrer ändert
Für den üblichen Pkw-Verkehr bringt die angekündigte Gewichtsbeschränkung zunächst keine Einschränkung mit sich. Autos liegen deutlich unter der Grenze von zwölf Tonnen und können die Brücke weiterhin passieren. Eine vollständige Sperrung kündigt die Stadt mit der Maßnahme nicht an.
Anders sieht es für Fahrzeuge oberhalb der zulässigen Gewichtsgrenze aus. Sie dürfen die Brücke nach Aufstellung der Schilder grundsätzlich nicht mehr überqueren. Betroffene Transporte müssen dann über andere geeignete Strecken geführt werden. Welche Ausweichrouten dafür vorgesehen sind, geht aus der Mitteilung der Stadt bislang nicht hervor.
Eine Ausnahme gilt für den Linienverkehr. Busse dürfen die Brücke weiterhin nutzen, müssen sie allerdings einzeln befahren. Mehrere Linienbusse dürfen das Bauwerk somit nicht gleichzeitig überqueren.
Gewichtsbeschränkung soll die Belastung verringern
Mit dem Zwölf-Tonnen-Limit reagiert die Stadt auf die eingeschränkte Tragfähigkeit. Die Beschilderung soll verhindern, dass schwere Fahrzeuge das beschädigte Bauwerk weiterhin uneingeschränkt belasten. Die vorhandenen Schäden werden dadurch allerdings nicht behoben.
Würde die Brücke ohne Gewichtsbeschränkung weiter genutzt, könnten auch Fahrzeuge darüberfahren, deren Gewicht über der künftig zugelassenen Belastung liegt. Genau diese Beanspruchung soll die Maßnahme begrenzen. Welche konkreten Schäden bei einer Überlastung drohen und wie groß die verbleibenden Sicherheitsreserven sind, erläutert die Stadt in ihrer Mitteilung nicht. Eine Aussage über eine mögliche Einsturzgefahr lässt sich daraus nicht ableiten.
Für Verkehrsteilnehmer bedeutet das: Die Brücke bleibt nutzbar, die neue Gewichtsgrenze muss jedoch beachtet werden. Ob bis zum geplanten Neubau weitere Einschränkungen erforderlich werden, ist bislang offen.
Neubau für 2031 geplant
Die Geschichte der Brücke reicht bis ins Jahr 1789 zurück. Im Jahr 1959 wurde der Überbau aus Stahlbeton neu hergestellt. Die ursprünglichen Widerlager blieben erhalten und wurden neu verblendet.
Den heutigen Zustand hat die Stadt im Rahmen ihrer Sanierungsplanung für Ingenieurbauwerke bewertet. Eine Instandsetzung wäre nach ihrer Einschätzung angesichts der Schäden und der statischen Probleme unwirtschaftlich. Deshalb verfolgt sie den Ersatz des Bauwerks.
Geplant und gebaut werden soll die neue Brücke gemeinsam mit dem Landkreis Hildesheim. Die Stadt übernimmt dabei die Bauherrenfunktion. Als Zieljahr nennt sie 2031. Wie lange die Bauarbeiten dauern, welche Kosten entstehen und mit welchen Sperrungen oder Umleitungen dann zu rechnen ist, geht aus der bisherigen Mitteilung nicht hervor.

