Zwei laute Detonationen waren am Donnerstagabend gegen 20:30 Uhr bis nach Nettlingen zu hören. In Söhlde wackelten nach Angaben von Anwohnern die Wände. Hintergrund waren kontrollierte Sprengungen auf einem Feld zwischen Lesse und Reppner. Wie Staatsanwaltschaft Braunschweig und Polizei nun gemeinsam mitteilen, waren zuvor bei Wohnungsdurchsuchungen in Salzgitter Sprengmittel in einem hohen zweistelligen Kilogrammbereich beschlagnahmt worden.
Die Durchsuchungen stehen im Zusammenhang mit der Sprengung eines mobilen Blitzers: Am frühen Donnerstagmorgen 5. November um 1:55 Uhr war ein Geschwindigkeitsmessanhänger der Stadt Salzgitter an der Kanalstraße zwischen Lebenstedt und Hallendorf durch eine Explosion vollständig zerstört worden.
Blitzer zerstört – mindestens 200.000 Euro Schaden
Die Wucht der Explosion hinterließ nach Angaben der Polizei ein großflächiges Trümmerfeld. Mitarbeitende der Tatortgruppe sicherten umfangreich Spuren. Der Schaden beträgt mindestens 200.000 Euro. Was die Explosion genau ausgelöst hat, ist Gegenstand der weiteren Ermittlungen.
Im Rahmen der Fahndung ermittelte die Polizei zwei Tatverdächtige aus Salzgitter im Alter von 28 und 29 Jahren. Gegen beide Männer wird wegen des Verdachts des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion ermittelt.
Durchsuchungen in Lesse und Lebenstedt
Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Braunschweig erließ das zuständige Amtsgericht Durchsuchungsbeschlüsse. Anschließend durchsuchten Einsatzkräfte zwei Wohnungen in den Stadtteilen Lesse und Lebenstedt. Dabei waren auch Delaborierer des Bundeskriminalamtes vor Ort.
Die Ermittler beschlagnahmten sowohl Laborate aus dem Ausland als auch selbst hergestellte Sprengmittel und losen Sprengstoff. Wegen der Gefährlichkeit des Materials wurde es auf einem Feld nahe Lesse kontrolliert gesprengt.
Polizei, Feuerwehr und Ordnungsamt waren am Abend mehrere Stunden im Einsatz. Die Verbindungsstraße zwischen Lesse und Reppner blieb während der Maßnahmen stundenlang gesperrt.
Polizei sucht Zeugen der Blitzersprengung
Die Polizei bittet um Hinweise zur Tat an der Kanalstraße. Wer insbesondere vor der Explosion auffällige Personen in unmittelbarer Nähe des Messanhängers beobachtet hat, wird gebeten, sich unter 05341 1897-0 zu melden.

