Zwei größere Personengruppen gerieten aneinander, zwei Menschen wurden verletzt und eine Person musste schwer verletzt in ein Krankenhaus gebracht werden. Das ist der bislang offiziell bestätigte Stand nach der Auseinandersetzung in der Bockenemer Innenstadt. Doch was war der Auslöser?

Begann alles an einem Greifautomaten?

Nach einem Hilde-News vorliegenden Augenzeugenbericht soll die Eskalation ihren Anfang auf dem örtlichen Fest genommen haben. Ein Besucher habe an einem Greifautomaten versucht, ein Plüschtier zu gewinnen. Als dies nicht gelang, soll er die Scheibe des Spielautomaten eingeschlagen haben.

Der Mann sei daraufhin vom Festgelände verwiesen worden. Anschließend sollen sich etwa zehn bis 15 seiner Begleiter eingemischt haben. Die Situation habe sich zunehmend aufgeheizt, sodass die Polizei hinzugerufen wurde.

Ob sich der Vorfall tatsächlich so ereignet hat und ob das nicht gewonnene Kuscheltier der Auslöser der späteren Gewalt war, ist bislang nicht geklärt. Auf Nachfrage von Hilde-News konnte die Polizei die geschilderte Version weder bestätigen noch dementieren. Die Ermittlungen zum genauen Ablauf dauern an.

Bis zu 30 Menschen versammeln sich auf der Straße

Im weiteren Verlauf sollen sich laut Augenzeugenbericht etwa 20 bis 30 Menschen außerhalb des Festgeländes versammelt haben. Dort sei es zu weiteren Provokationen und schließlich zu mehreren körperlichen Auseinandersetzungen gekommen.

Die Polizei bestätigt, dass mindestens zwei größere Personengruppen in Streit gerieten. Im weiteren Verlauf kam es demnach unter anderem zu Körperverletzungsdelikten. Mehrere Streifenwagen waren im Einsatz. Gegen mehrere Beteiligte wurden Platzverweise ausgesprochen und Gefährderansprachen durchgeführt.

Bewaffneten sich Beteiligte in einer Gasse?

Nachdem sich die Lage zunächst beruhigt habe, sollen sich mehrere Personen in einer gegenüberliegenden Gasse erneut versammelt haben. Nach Angaben des Augenzeugen hätten einige von ihnen Schlagstöcke, Baseballschläger oder Straßenschilder bei sich getragen.

Auch diese Angaben konnte die Polizei auf Nachfrage weder bestätigen noch ausschließen. Ob entsprechende Gegenstände mitgeführt oder bei der Auseinandersetzung eingesetzt wurden, ist weiterhin Gegenstand der Ermittlungen.

Unbeteiligter soll zusammengeschlagen worden sein

Als Gäste oder Beschäftigte das Gelände verlassen wollten, sollen sie auf die Gruppe getroffen sein. Ein nach Angaben des Augenzeugen unbeteiligter Mann sei daraufhin von mehreren Personen massiv geschlagen worden.

Der Betroffene soll schwere Verletzungen im Bereich des Kiefers und der Zähne erlitten haben und zur Behandlung in ein Krankenhaus nach Hannover gebracht worden sein. Ob sich der Angriff und das Verletzungsbild genau so darstellten, konnte die Polizei bislang weder bestätigen noch dementieren.

Gesichert ist nach Angaben der Polizei, dass zwei Menschen verletzt wurden. Eine Person erlitt schwere Verletzungen und wurde in ein Krankenhaus gebracht.

Gewalttat ereignete sich außerhalb des Festgeländes

Der Augenzeuge betont, dass die schwere Auseinandersetzung nicht auf dem Festgelände stattgefunden habe. Dort habe sich die Situation zwar zuvor hochgeschaukelt, die spätere Gewalttat soll sich jedoch abseits des Festes ereignet haben.

Was genau in dieser Nacht geschah, wer an den einzelnen Angriffen beteiligt war und ob tatsächlich ein nicht gewonnenes Kuscheltier am Anfang der Ereignisse stand, müssen die laufenden Ermittlungen klären.

Polizei sucht weitere Zeugen

Personen, die den Vorfall auf dem Festgelände oder die späteren Auseinandersetzungen beobachtet haben und der Polizei noch nicht bekannt sind, werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 05063/9010 beim Polizeikommissariat Bad Salzdetfurth zu melden.