Der Blick ging an diesem Sonntag nicht nur auf die Strecke, sondern immer wieder auch zum Himmel. Dunkle Wolken zogen über den Hohnsensee, zwischendurch zeigte sich die Sonne. Das Wetter blieb durchwachsen, hielt aber – und damit stand dem lange erwarteten Triathlon-Comeback in Hildesheim nichts mehr im Weg.
Nach mehr als einem Vierteljahrhundert erlebte die Stadt wieder einen großen Wettkampftag im Schwimmen, Radfahren und Laufen. Rund um JoWiese, JoBeach und Hohnsensee trafen Nachwuchstalente, ambitionierte Freizeitsportler und Athleten der Triathlon-Oberliga Niedersachsen aufeinander.
Auf dem Programm standen ein offener Sprinttriathlon, die Rennen der Oberliga sowie der 22. Hildesheimer Schülertriathlon. Geschwommen wurde im Hohnsensee. Anschließend wechselten die Teilnehmer auf das Fahrrad, ehe die abschließende Laufstrecke bewältigt werden musste. Start, Ziel und Wechselzone befanden sich im Bereich von JoBeach und JoWiese.
Sekunden entscheiden über den Sieg
In der Triathlon-Oberliga Niedersachsen lieferte sich die Spitze der Männer ein enges Rennen. Jakob Meibeyer vom Hannoverschen Sportverein von 1896 erreichte nach 1:01:23 Stunden als Erster das Ziel. Garvin Krug vom ESV Eintracht Hameln folgte nur 27 Sekunden später in 1:01:50 Stunden.
Bei den Frauen setzte sich Jule Foelckel vom ASC Göttingen 1846 durch. Sie absolvierte den Wettkampf in 1:07:37 Stunden. Katharina Krosta vom Triathlon-Team Braunschweig belegte mit einer Gesamtzeit von 1:10:01 Stunden den zweiten Platz.
Auch im offenen Sprinttriathlon wurden schnelle Zeiten erzielt. Till Strüber gewann die Männerwertung in 1:04:51 Stunden. Zweiter wurde Moritz Hartmann von Eintracht Hildesheim, der nach 1:08:39 Stunden ins Ziel kam.
Bei den Frauen sicherte sich Marie Ohlms in 1:13:45 Stunden den Sieg. Mareike Steenbeck vom TriTeam Gießen belegte mit einer Zeit von 1:15:39 Stunden den zweiten Platz.
Nachwuchs liefert spannende Rennen
Einen großen Teil des Wettkampftages nahm der 22. Hildesheimer Schülertriathlon ein. Von den Schülerklassen bis zur Jugend B gingen junge Sportler aus zahlreichen Vereinen an den Start. Mehrfach trennten die Erst- und Zweitplatzierten im Ziel nur wenige Sekunden.
Die knappste Entscheidung des Tages fiel bei den Schülern D. Lian Wellmann vom SV Butteramt gewann in 9:11 Minuten. Anton Nieder vom TSV Germania Helmstedt folgte nach 9:12 Minuten – gerade einmal eine Sekunde später.
Bei den Schülerinnen D setzte sich Leonie Heine in 10:21 Minuten durch. Den zweiten Platz belegte Janja Alles mit einer Gesamtzeit von 10:56 Minuten.
In der Altersklasse Schüler C gewann Lukas Wellmann vom SV Butteramt die Jungenwertung in 13:04 Minuten. Leonardo Müller vom WSV 21 Wolfenbüttel erreichte nach 13:51 Minuten als Zweiter das Ziel.
Bei den Schülerinnen C gingen beide Spitzenplätze an den TSV Germania Helmstedt. Carli Schöttke gewann das Rennen in 13:06 Minuten. Ihre Vereinskameradin Henni Kirchmer belegte mit 13:39 Minuten den zweiten Platz.
Das Rennen der Schüler B entschied Jannik Stucke vom Lehrter SV Triathlon für sich. Er überquerte nach 21:01 Minuten die Ziellinie. Fahian Vorwerk vom TV Jahn Schneverdingen folgte mit einer Zeit von 22:40 Minuten auf Rang zwei.
Bei den Schülerinnen B gewann Tilda Veith vom ESV Eintracht Hameln in 21:07 Minuten. Emma Mayer vom VfL Wolfsburg erreichte nach 23:31 Minuten als Zweite das Ziel.
Auch bei den Schülern A blieb der Ausgang lange offen. Rimos Ünal vom Buxtehuder SV Triathlon setzte sich in 41:36 Minuten durch. Benjamin Debener vom 1. TC Oldenburg „Die Bären“ benötigte 41:51 Minuten und hatte damit lediglich 15 Sekunden Rückstand.
Bei den Schülerinnen A lagen zwischen den beiden Schnellsten nur 19 Sekunden. Maite Marina Gravert vom MTV Gifhorn gewann in 42:12 Minuten. Greta Veith vom ESV Eintracht Hameln folgte in 42:31 Minuten.
In der Jugend B ging der Sieg bei den Jungen an Jan Schnittger vom 1. TC Oldenburg „Die Bären“. Er erreichte das Ziel nach 35:36 Minuten. Mikis Hackbarth von Blau-Weiss Buchholz belegte mit einer Gesamtzeit von 37:06 Minuten den zweiten Platz.
Das Rennen der weiblichen Jugend B gewann Clara Detmers vom 1. TC Oldenburg „Die Bären“ in 39:32 Minuten. Carla Engelke vom Lehrter SV Triathlon folgte nach 40:39 Minuten auf dem zweiten Rang.
Der Nachwuchs zeigte damit, dass der Hildesheimer Wettkampftag weit mehr als ein einzelnes Oberliga-Rennen war. Von den jüngsten Teilnehmern bis zu den Erwachsenen brachte die Veranstaltung unterschiedliche Alters- und Leistungsklassen an einem Ort zusammen.
Die Strecke lag rund 15 Jahre in der Schublade
Dass in Hildesheim wieder ein Triathlon dieser Größenordnung stattfinden konnte, hat eine lange Vorgeschichte. Nach Angaben des Organisationsteams lag die Idee für eine geeignete Strecke bereits seit rund 15 Jahren in der Schublade. Den entscheidenden Anstoß gab schließlich eine Anfrage des Triathlon Verbandes Niedersachsen. Der Verband suchte einen passenden Austragungsort und sah in Hildesheim gute Voraussetzungen.
Aus der lange gehegten Idee wurde ein konkretes Projekt. Strecken mussten geplant und abgestimmt, Genehmigungen eingeholt und zahlreiche organisatorische Fragen geklärt werden. Im Verlauf der Vorbereitungen musste zudem der ursprünglich vorgesehene Termin verschoben werden. Trotz der Hindernisse hielt das Team an dem Vorhaben fest.
Rund 100 Helfer machen das Comeback möglich
Getragen wurde die Veranstaltung von einer großen Gemeinschaftsleistung. Rund 100 Helferinnen und Helfer waren nach Angaben der Organisatoren im Einsatz. Sie kamen nicht nur aus den Reihen von TriAs Hildesheim. Auch Mitglieder anderer Vereine und zahlreiche Freiwillige beteiligten sich.
Die Helfer sicherten die Strecken, betreuten die Wechselzone, versorgten die Sportler und unterstützten beim Auf- und Abbau. Sponsoren und örtliche Partner trugen mit Sachleistungen, Verpflegung und weiterer Hilfe zum Gelingen des Tages bei.
„Wir sind alle sehr glücklich“, lautete das erste Fazit aus dem Organisationsteam. Die Unterstützung habe gezeigt, dass eine Sportveranstaltung dieser Größenordnung in Hildesheim gemeinsam auf die Beine gestellt werden könne.
Ganz ohne Schwierigkeiten verlief der Tag allerdings nicht. Eine technische Panne bei der Zeitnahme sorgte zwischenzeitlich für zusätzliche Arbeit. Die Zeiten wurden mithilfe von Transpondern erfasst, welche die Teilnehmer während des Rennens am Fuß trugen. Für die Durchführung der Wettbewerbe hatte die Störung jedoch keine entscheidenden Folgen.
Aus dem Comeback soll wieder Tradition werden
Am Ende überwog bei Sportlern, Helfern und Organisatoren die Freude über die Rückkehr des Triathlons. Das Wetter hielt, sämtliche Wettbewerbe konnten ausgetragen werden und Hildesheim erlebte einen Sporttag, der Nachwuchs-, Breiten- und Leistungssport miteinander verband.
Das Comeback soll deshalb keine einmalige Angelegenheit bleiben. Die Verantwortlichen richten den Blick bereits nach vorn: 2027 soll erneut ein Triathlon in Hildesheim stattfinden. Aus der Strecke, die rund 15 Jahre in der Schublade lag, könnte damit wieder ein fester Bestandteil des Hildesheimer Sportkalenders werden.

