34 Einsatzstellen bis zum Mittag, anschließend ein Waldbrand, eine Personensuche und die Evakuierung einer Ortschaft: Die Gemeindefeuerwehr Lamspringe trainierte am Samstag die Bewältigung einer großflächigen Schadenslage. Dabei wurde das neue ELO-Konzept auf die Probe gestellt.

Heftiger Starkregen, schwere Sturmböen und eine Windhose: Ein angenommenes schweres Unwetter bildete den Auftakt einer umfangreichen Stabsübung der Gemeindefeuerwehr Lamspringe. Ausgearbeitet hatten sie Gemeindebrandmeister Ralf Kasten und Kevin Reiche. Die Gesamteinsatzleitung übernahm Bernd Klußmann.

Das Szenario begann um 5 Uhr mit Niederschlagsmengen von bis zu 80 Litern pro Quadratmeter und Sturmböen mit bis zu 120 Kilometern pro Stunde. Ab etwa 6 Uhr gingen die ersten Einsatzmeldungen ein. Um 7.35 Uhr wurde die ELO als einsatzbereit gemeldet.

Alle Ortsfeuerwehren waren eingebunden

Alle Ortsfeuerwehren der Gemeinde erhielten virtuelle Einsatzaufträge. Die Schadensstellen wurden nicht tatsächlich angefahren. Stattdessen bearbeiteten die Einheiten ihre Aufgaben über den Digitalfunk, gaben Rückmeldungen und forderten Unterstützung an.

Bei der Führungsorganisation liefen sämtliche Informationen zusammen. Sie musste Einsätze priorisieren, Kräfte verteilen und auf neue Entwicklungen reagieren.

Mit realen Kräften vor Ort beteiligte sich die Kreisfeuerwehrbereitschaft Holzminden. Ein Technischer Hilfeleistungszug und zwei Wassertransportzüge unterstützten die Übung. Dabei ging es unter anderem um einen größeren Hilfeleistungseinsatz und die Löschwasserversorgung im Bereich Ammenhausen.

34 Einsatzstellen bis zum Mittag

Bis 11.45 Uhr liefen insgesamt 34 Einsatzstellen auf, darunter sechs Brandeinsätze und 28 Hilfeleistungseinsätze. Im Szenario wurde zu diesem Zeitpunkt mit 173 Einsatzkräften gearbeitet. Gegen Mittag waren die bis dahin eingespielten Aufgaben abgearbeitet.

Nach einer einstündigen Pause folgten weitere Herausforderungen: Ein Trafo musste im Szenario mit Sandsäcken vor Wassermassen geschützt werden. Anschließend wurde ein Waldbrand an der K329 zwischen Ammenhausen und Wohlenhausen angenommen. Weil im Bereich der Einsatzstelle eine Person als vermisst galt, schloss sich eine Suche an.

Auch die angenommene Evakuierung der Ortschaft Glashütte gehörte zur Übung. Dabei mussten die Verantwortlichen zusätzlich die Versorgung der betroffenen Bevölkerung berücksichtigen.

Neues Führungskonzept auf dem Prüfstand

Im Mittelpunkt stand die Frage, wie sich das neue ELO-Konzept bei vielen gleichzeitig laufenden Einsätzen bewährte. Besonders gefordert waren Kommunikation, Dokumentation, Einsatzplanung und die Zusammenarbeit mit überörtlichen Kräften.

Die wechselnden Aufgaben forderten die Führungsorganisation über mehrere Stunden hinweg. Die Übung sollte zeigen, welche Abläufe bereits funktionierten und wo für einen tatsächlichen Ernstfall noch Verbesserungsbedarf bestand.